Drohende Zahlungsunfähigkeit
Schnell erklärt: Zustand, in dem Zahlungsunfähigkeit voraussichtlich eintreten wird - Zugang zu Sanierungsinstrumenten.
Was der Begriff bedeutet
Drohende Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner voraussichtlich nicht in der Lage sein wird, seine bestehenden Zahlungspflichten bei Fälligkeit zu erfüllen. Maßgeblich ist ein Prognosezeitraum, der in der Regel die kommenden 24 Monate umfasst. Die drohende Zahlungsunfähigkeit berechtigt den Schuldner zum Eigenantrag und eröffnet den Zugang zu Sanierungsinstrumenten wie der Eigenverwaltung, dem Schutzschirmverfahren und dem StaRUG-Restrukturierungsrahmen, bevor die Lage aussichtslos wird.
Weiterführende Begriffe
Verstehen lässt sich der Begriff am besten im Zusammenspiel mit verwandten Themen.
- Zahlungsunfähigkeit — Eröffnungsgrund: Der Schuldner kann seine fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen.
- StaRUG — Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen - vorinsolvenzliche Sanierung.
- Schutzschirmverfahren — Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung unter dem Schutz des Gerichts nach § 270d InsO.
- Eigenverwaltung — Insolvenzverfahren, bei dem der Schuldner unter Aufsicht eines Sachwalters selbst verwaltet.
Wer als Unternehmen früh berät, behält mehr Gestaltungsspielraum: In der Eigenverwaltung bleibt das Management handlungsfähig.
Häufige Fragen
Was Betroffene zu diesem Thema am häufigsten fragen.
Wie finde ich einen Insolvenzverwalter?
Der Insolvenzverwalter wird vom Gericht bestellt, nicht vom Schuldner gewählt. Einfluss ist indirekt über den vorläufigen Gläubigerausschuss möglich. Frei wählbar ist dagegen der Sanierungsberater, den ein Unternehmen vor der Antragstellung hinzuzieht.
Was ist der Unterschied zwischen Sanierung und Restrukturierung?
Restrukturierung ist die umfassende Neuordnung eines Unternehmens und setzt oft früher an. Sanierung im engeren Sinne zielt auf die Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit eines bereits in der Krise befindlichen Unternehmens. Beide können ineinandergreifen.
Wer sind die größten Insolvenzverwalter in Deutschland?
Zu den bundesweit bekanntesten und verfahrensstärksten Adressen zählen unter anderem PLUTA, SGP Schneider Geiwitz und Schultze & Braun sowie die Insolvenzpraxen großer Wirtschaftskanzleien. Fachmedien wie die WirtschaftsWoche veröffentlichen dazu regelmäßig Rankings.
Muss ich als GmbH-Geschäftsführer bei Insolvenz haften?
Eine persönliche Haftung droht vor allem bei verspätetem Insolvenzantrag (Insolvenzverschleppung) oder bei Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife. Rechtzeitiges Handeln und fachkundige Beratung sind daher entscheidend.