Wer sind die größten Insolvenzverwalter in Deutschland?
Die Kernaussage: Zu den bekanntesten und verfahrensstärksten Insolvenzkanzleien zählen mehrere überregional tätige Häuser.
Wie die Größe gemessen wird
Die Größe einer Insolvenzkanzlei wird meist an der Zahl der bearbeiteten Verfahren, der Zahl der bestellten Verwalter und der Standortdichte gemessen. Fachmedien wie die WirtschaftsWoche und der INDat-Report veröffentlichen regelmäßig Rankings, die auf der Auswertung der Insolvenzveröffentlichungen der Amtsgerichte beruhen.
Überregional führende Häuser
Zu den bundesweit bekanntesten und verfahrensstärksten Adressen zählen unter anderem PLUTA, SGP Schneider Geiwitz, Schultze & Braun und die Insolvenzverwaltungs-Praxen großer Wirtschaftskanzleien. Sie verfügen über zahlreiche Standorte und bearbeiten Verfahren jeder Größenordnung, von der mittelständischen GmbH bis zum Konzern.
Bekannte Großverfahren als Referenz
Manche Kanzleien sind vor allem durch prominente Großverfahren bekannt geworden, etwa JAFFÉ durch die Wirecard-Insolvenz. Solche Mandate sind ein Indikator für die Fähigkeit, komplexe und internationale Verfahren zu stemmen, sagen aber nicht allein über die Eignung im Einzelfall aus.
Groß ist nicht immer gleich passend
Für ein konkretes Verfahren ist nicht zwingend die größte Kanzlei die beste Wahl. Regionale Nähe zum zuständigen Gericht, Erfahrung in der jeweiligen Branche und die Verfügbarkeit des Teams können wichtiger sein als die reine Größe. Ein Verzeichnis wie dieses hilft, überregionale und regionale Adressen gegeneinander abzuwägen.
Die Insolvenzquote für einfache Gläubiger liegt in vielen Unternehmensinsolvenzen im niedrigen Prozentbereich.
Häufige Fragen
Zu diesem Thema werden häufig folgende Fragen gestellt.
Kann ich mir meinen Insolvenzverwalter selbst aussuchen?
Nein. Die Auswahl trifft das Insolvenzgericht. Bei größeren Verfahren kann ein vorläufiger Gläubigerausschuss einen Vorschlag machen, an den das Gericht weitgehend gebunden ist, wenn er einstimmig eine geeignete Person benennt.
Wer trägt die Kosten eines Insolvenzverfahrens?
Die Verfahrenskosten, also Gerichtskosten und die Vergütung des Verwalters, werden vorrangig aus der Insolvenzmasse gedeckt. Reicht die Masse dafür nicht aus, kann das Gericht die Eröffnung mangels Masse ablehnen.
Was ist der Unterschied zwischen Insolvenzberater und Insolvenzverwalter?
Der Insolvenzberater wird vom Unternehmen selbst beauftragt und steht auf dessen Seite, meist vor der Antragstellung. Der Insolvenzverwalter wird vom Gericht bestellt und ist der Gesamtheit der Gläubiger verpflichtet.
Was ist ein Sachwalter?
Der Sachwalter tritt in der Eigenverwaltung an die Stelle des Insolvenzverwalters. Er verwaltet nicht selbst, sondern überwacht die eigenverantwortliche Geschäftsführung des Schuldners und wahrt die Gläubigerinteressen.