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Insolvenzberater, Insolvenzverwalter, Sachwalter: Wer macht was?

Schnell erklärt: Die Rollen im Insolvenz- und Sanierungsprozess unterscheiden sich grundlegend in Auftrag und Interessenlage.

Der Insolvenz- oder Sanierungsberater

Der Insolvenz- oder Sanierungsberater wird vom Unternehmen selbst beauftragt, meist bevor ein Antrag gestellt wird. Er analysiert die Krise, entwickelt Sanierungsoptionen und bereitet gegebenenfalls ein Verfahren in Eigenverwaltung vor. Er steht auf der Seite des Schuldners und ist frei wählbar.

Der Insolvenzverwalter

Der Insolvenzverwalter wird vom Gericht bestellt und übernimmt mit Verfahrenseröffnung die Kontrolle über das Vermögen des Schuldners. Er ist den Interessen der Gesamtheit der Gläubiger verpflichtet, nicht denen des Schuldners. Seine Aufgabe ist die bestmögliche Verwertung oder Sanierung im Gläubigerinteresse.

Der Sachwalter in der Eigenverwaltung

Bei der Eigenverwaltung tritt an die Stelle des Insolvenzverwalters der Sachwalter. Er verwaltet nicht selbst, sondern überwacht die eigenverantwortliche Geschäftsführung des Schuldners und wahrt die Gläubigerinteressen. Der Schuldner darf einen Sachwalter vorschlagen.

Warum die Unterscheidung wichtig ist

Wer in der Unternehmenskrise handelt, sollte die Rollen kennen: Den Berater wählt man selbst und früh, auf den Verwalter hat man kaum Einfluss, den Sachwalter kann man vorschlagen. Diese Unterschiede bestimmen, wie viel Gestaltungsspielraum ein Unternehmen im Verfahren behält.

Kurz erklärt

Bei drohender Zahlungsunfähigkeit stehen Sanierungsinstrumente wie Eigenverwaltung, Schutzschirm und StaRUG offen, solange früh gehandelt wird.

Häufige Fragen

Rund um dieses Thema tauchen immer wieder dieselben Fragen auf.

Was ist das StaRUG?

Das StaRUG schuf 2021 einen vorinsolvenzlichen Restrukturierungsrahmen. Es ermöglicht Unternehmen, sich bei drohender Zahlungsunfähigkeit außerhalb eines förmlichen Insolvenzverfahrens zu sanieren, etwa über einen Restrukturierungsplan.

Was ist der Unterschied zwischen Sanierung und Restrukturierung?

Restrukturierung ist die umfassende Neuordnung eines Unternehmens und setzt oft früher an. Sanierung im engeren Sinne zielt auf die Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit eines bereits in der Krise befindlichen Unternehmens. Beide können ineinandergreifen.

Was ist die Insolvenzquote?

Die Insolvenzquote ist der prozentuale Anteil ihrer Forderung, den die Gläubiger am Ende aus der verteilten Masse erhalten. In vielen Unternehmensinsolvenzen liegt sie im niedrigen einstelligen bis mittleren Prozentbereich.

Was ist der Unterschied zwischen Absonderung und Aussonderung?

Bei der Absonderung hat ein gesicherter Gläubiger Anspruch auf vorrangige Befriedigung aus einem Gegenstand der Masse. Bei der Aussonderung gehört der Gegenstand gar nicht zur Masse, weil er im Eigentum eines Dritten steht, und wird herausgegeben.