Insolvenzplan
In einem Satz: Instrument zur individuellen Regelung der Insolvenzbewältigung, oft zur Sanierung.
Bedeutung im Insolvenzverfahren
Der Insolvenzplan ist ein flexibles Instrument, mit dem die Beteiligten die Abwicklung oder Sanierung eines insolventen Unternehmens abweichend von der gesetzlichen Regelabwicklung gestalten können. Er kann etwa den teilweisen Forderungsverzicht der Gläubiger, den Erhalt des Unternehmens und eine Fortführung vorsehen. Der Plan wird von den Gläubigergruppen abgestimmt und vom Gericht bestätigt. Der Insolvenzplan ist das klassische Werkzeug der Sanierung innerhalb des Insolvenzverfahrens.
Das Umfeld des Begriffs
Erst mit Blick auf die angrenzenden Begriffe wird die Rolle im Verfahren klar.
- Eigenverwaltung — Insolvenzverfahren, bei dem der Schuldner unter Aufsicht eines Sachwalters selbst verwaltet.
- Übertragende Sanierung — Sanierung durch Übertragung des Unternehmens auf einen neuen Rechtsträger.
- Insolvenzquote — Anteil ihrer Forderung, den die Insolvenzgläubiger am Ende tatsächlich erhalten.
Die Auswahl des Insolvenzverwalters trifft das Gericht, nicht der Schuldner. Einfluss ist nur indirekt über den vorläufigen Gläubigerausschuss möglich.
Häufige Fragen
Rund um dieses Thema tauchen immer wieder dieselben Fragen auf.
Wie lange dauert ein Insolvenzverfahren?
Die Dauer variiert stark, von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren, je nach Größe und Komplexität. Bei natürlichen Personen schließt sich an das Verfahren die Wohlverhaltensphase mit dem Ziel der Restschuldbefreiung an.
Was passiert mit den Mitarbeitern bei einer Insolvenz?
Die Arbeitsverhältnisse bestehen zunächst fort. Für die letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis sichert das Insolvenzgeld den Lohn. Ob Arbeitsplätze erhalten bleiben, hängt von Fortführung, Sanierung oder übertragender Sanierung ab.
Was ist die Insolvenzmasse?
Die Insolvenzmasse umfasst das gesamte pfändbare Vermögen des Schuldners bei Verfahrenseröffnung und das während des Verfahrens hinzukommt. Aus ihr werden die Verfahrenskosten und die Gläubigerforderungen befriedigt. Ihre Höhe bestimmt maßgeblich die Quote.
Was ist der Unterschied zwischen Absonderung und Aussonderung?
Bei der Absonderung hat ein gesicherter Gläubiger Anspruch auf vorrangige Befriedigung aus einem Gegenstand der Masse. Bei der Aussonderung gehört der Gegenstand gar nicht zur Masse, weil er im Eigentum eines Dritten steht, und wird herausgegeben.