Insolvenzforderung
In einem Satz: Zur Insolvenztabelle anzumeldende Forderung eines Insolvenzgläubigers.
So ist der Begriff definiert
Eine Insolvenzforderung ist die Forderung eines Insolvenzgläubigers, die zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung bereits begründet war. Sie muss beim Insolvenzverwalter schriftlich zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Der Verwalter prüft die angemeldeten Forderungen; werden sie festgestellt, nehmen sie an der quotalen Verteilung teil. Nachrangige Insolvenzforderungen werden erst befriedigt, wenn alle übrigen Gläubiger befriedigt sind, was in der Praxis selten vorkommt.
Verwandte Begriffe
Wer die verwandten Begriffe kennt, ordnet das Insolvenzverfahren als Ganzes besser ein.
- Insolvenztabelle — Vom Verwalter geführtes Verzeichnis aller angemeldeten Gläubigerforderungen.
- Insolvenzgläubiger — Gläubiger mit einer zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung begründeten Forderung.
- Insolvenzquote — Anteil ihrer Forderung, den die Insolvenzgläubiger am Ende tatsächlich erhalten.
- Insolvenzanfechtung — Recht des Verwalters, bestimmte Vermögensverschiebungen vor Verfahrenseröffnung rückgängig zu machen.
Eine positive Fortführungsprognose kann trotz bilanzieller Unterdeckung die Überschuldung ausschließen.
Häufige Fragen
Rund um dieses Thema tauchen immer wieder dieselben Fragen auf.
Wie finde ich einen Insolvenzverwalter?
Der Insolvenzverwalter wird vom Gericht bestellt, nicht vom Schuldner gewählt. Einfluss ist indirekt über den vorläufigen Gläubigerausschuss möglich. Frei wählbar ist dagegen der Sanierungsberater, den ein Unternehmen vor der Antragstellung hinzuzieht.
Was passiert mit den Mitarbeitern bei einer Insolvenz?
Die Arbeitsverhältnisse bestehen zunächst fort. Für die letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis sichert das Insolvenzgeld den Lohn. Ob Arbeitsplätze erhalten bleiben, hängt von Fortführung, Sanierung oder übertragender Sanierung ab.
Was ist eine Eigenverwaltung?
Bei der Eigenverwaltung behält die Geschäftsleitung die Kontrolle über das Unternehmen und verwaltet das Vermögen unter Aufsicht eines Sachwalters selbst. Sie wird häufig zur Sanierung genutzt, weil das vorhandene Management sein Know-how einbringen kann.
Was bedeutet Zahlungsunfähigkeit?
Zahlungsunfähigkeit liegt vor, wenn der Schuldner seine fälligen Zahlungspflichten nicht mehr erfüllen kann. Sie ist der zentrale Eröffnungsgrund für ein Insolvenzverfahren und wird anhand einer Liquiditätslücke geprüft.